17 April, 2012

nachmittag / jazz


BADBADNOTGOOD lassen den blassen James Blake so klingen, als trage er vollen Rauschebart und rauche Pfeife. "Flashing Lights" von Kanye West klingt dann plötzlich auch nicht mehr nach lauten fünfzehnjährigen Mädchen mit hochhackigen Schuhen, sondern nach der exquisiten Plattensammlung deines älteren Cousins, der mit 18 in die Stadt gezogen ist; aber da kommst du erst Jahre später drauf.  
Eine jugendliche Hymne auf die massiven Goldringe an den Fingern von Thelonious Monk. 


Und hier kann sich jeder das Album in den eigenen Plattenschrank stellen: ->lauschen

15 April, 2012

chaussee / geheimnisse



"untitled", 2012
das mädchen_alina yakaboylu
die kamera_beowulf tomek
der fahrer_simon ertl


11 April, 2012

steinsee

als winzig kleiner mensch kann man bereits schwimmen, durch irgendeinen sonderbaren zufall aber verlernt man es dann doch wieder.
bevor man es dann wieder erlernt, heisst es zuerst untergehen; obermaschinist johann, weiß das. 
ältere brüder wissen das auch und lehren einen das sehr früh und sehr geschickt.
der moment, in dem man sich verloren meint, ohne atem, wie erfahrene astronauten ohne raumanzug bleibt dabei immer wichtiger; als wie johnny weissmüller bis zur zweiten boje rauskraulen zu können
etwas später. das blonde mädchen, das ich zu lieben sicher war, liegt neben mir am see. dort, wo man eintritt lösen muss. auf der anderen seite, waren die nackten, dazu hunde mit nassem fell und städter, gut versorgt mit karotten, gurken und radieschen, die sie in sicherheit versprechenden plastikboxen zu verstauen pflegten.
aber zurück, hier: hier, konnte man am kiosk zuckerschlangen und pommesfrites erstehen; wunderbare schlieren später, wenn man die hände in das wasser grub. und hier waren natürlich auch die hübschen mädchen. ich nenn die meine sarah, weil sie auch so hieß.
sarah dreht sich einen kleinen joint mit papers auf denen noch kleinere kirschen abgebildet waren; spielautomaten-kirschen, witzig. "schmeckt wie kirsche"; ihre lippen tun das auch.
notiz: mädchen und rauschmittel gehen nicht gut miteinander; das ist wie fledermäuse in ein leerstehendes hallenbad zu entlassen, in dem alter dub-step, der gute noch, versucht die kacheln abzulösen; das macht sie blöde im kopf.
gerade zu dieser zeit, war mein großer zeh tintenblau. wie es dazu kam, fragst du, ich weiß es nicht mehr. nur soviel: die bande zwischen nagel und dem an sich schön gewachsenen zeh, da gibt es ganz andere, waren nur noch von kurzer dauer. ich versuchte da irgendeine charles bronson nummer daraus zu machen. quasi verwundeter tatare. und hoffte, dass das zog.
irgendwann wollen dann sarah und ihre freundin zum wasser. ich blieb liegen, auf meinem minidisc-player lief "lazy old sun" von den kinks, das weiß ich noch mit sicherheit.
sie hatte einen aufgeblasenen lkw-schlauch oder sowas mit. in dem turnt sie im wasser. und ihr gesäß reckt sich gen himmel; sonnenbeschienener planet, der leben verheisst. astronauten wieder. ihre füße wirbeln in der luft, wie das hübsche aber einsame synchronschwimmerinnen wohl tun, als plötzlich ein untersetzter herr mit schnauzbart sie an der hüfte packt und aus dem wasser stemmt. was geht denn da, denk ich mir. dann erst seh ich ihre augen. 
das geschah wohl: eingekeilt zwischen dem in der hitze milde gewordenen schlauch, konnte sie nicht mehr aus. sarah blickte das grüne wasser und fiberglas stieg in ihr hirn.
so sachen passieren ganz einfach, der lokalteil berichtet manchmal davon: brautjungfern fangen hochzeitsstrauß und knallen mit dem hinterkopf gegen die kirchenbank; buben spielen auf dem sperrmüll verstecken, einer sucht sich den alten bosch-kühlschrank aus, das schloss schnappt und keiner findet ihn nimmermehr.
sarah fuhr ich dann gleich heim. der blaue zehennagel löste sich beim kupplung geben, die blonden nassen locken klebten an ihren wangen und die rolle von charles bronson fiel wohl jemand anderem an diesem tag zu.