01 März, 2012

stan libuda / blaue fliesen

er wachte vom gurgeln des abflusses auf. sie war vor ihm aufgestanden., stand im bad, im feuchten nebel.
und ihr gesicht im spiegel konnte sie nicht sehen.


ein bub an der mangfall hatte einen ganzen samstagnachmittag damit zugebracht, dem flusslauf mit steinen einen sieg abzuringen.
gegen halb fünf gab sein stauwehr dann nach. er klatschte in die hände und lachte.


erleichterung erst als er das brotmesser weglegt., geflutete sandburgen und brotkrumen zwischen herd und spüle. die dort niemand finden wird.
jetzt wenn sie ihr haar föhnt, kann sie ihr gesicht als matten fleck im spiegel ausmachen.


und dann sitzt sie, das handtuch um ihr haar gewickelt, ihm gegenüber., frühstücksnofretete. er liebte sie großartig unwahrscheinlich und der brodelnde wasserkocher machte jedes gespräch unmöglich. 


in gedanken listete er die großen geiselnahmen in der brd auf. (münchen 71, gladbeck, olympia.). flucht ins bad.
sein blick trifft sich im spiegel und der innige wunsch nach beschlagenen scheiben. the electrician von den walker brothers tönt dazu. 

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