18 März, 2012

durch die nacht mit robert mitchum

in den walfisch bierhallen gefiel es ihm. wenn ihm kalytta zu viel erzählte und sein kopf schwer wurde, dann lehnte er sich an den fransig gewordenen wandteppich. der roch räudig, ganz wunderbar nach schnupftabak, schweiß und geselchtem.


ein bub auf den schultern seines großvaters (zwerge auf den schultern von giganten): immer wenn er lachend in die höhe sprang, der großvater, dann stieß der kleine mensch mit seiner nase für einen moment an den grauen filzhut.


dann kam die bedienung, die rosa. und er bestellte noch einen schnitt für sich und kalytta.


als er nach draußen trat, war der schnee gerade dabei die stadt zu verkleiden. er trabte nach hause und seine spuren im schnee folgten ihm.


sie war ihm bös. vielleicht auch nicht. er weinte und vergrub seinen kopf in ihrem schoß. dann sagte er zu ihr, erzähl mir die geschichte von quentin & pauline. und sie begann zu erzählen:


vor dem löwengehege, in die bank, da ritzte pauline einen löwen ein. fährt ihn mit dem finger nach. sie kennt die blicke des löwen.


quentin sieht den wolken nach. die in der nacht schon über chicago wehen, wenn er von ihnen träumt. die lichter der straße ziehen an der zimmerdecke entlang - kubistische schattenspiele.


im winter, nach dem schlittenfahren; da ist ihre hand immer viel kälter als die seine.


im frühling, auf dem schulweg; da schaut der quentin die pauline jetzt manchmal an, wie er sonst nur schaut, wenn er von goldgräbern erzählt.


pauline rattert dann mit dem regenschirm die zäune entlang - tönendes straßenxylophon. und zählt die töne.


beim haus des alten sloncek, da verzählt sie sich immer. quentin meint, der sei mal messerwerfer im zirkus gewesen. aber pauline weiß, dass das nicht stimmt.


einmal, da hatte pauline ein messer mit: eine narbe, deretwegen quentin auch hinter dem meer noch weiter an sie denken müsse. quentin aber wollte nicht. da war sie ihm eine ganze woche bös.


der geruch von jahrmarkt - tohuwabohu & zuckerwatte: da braucht sie sich ihr haar nur über die kleine narbe hinter das linke ohr zu streichen.


pauline ist sich oft ganz sicher. quentin überlegt oft stundenlang.


quentin & pauline sehen nach ob der kaugummiautomat wieder funktioniert. er funktioniert und die beiden kauen.


"bis morgen, quentin", ruft pauline noch, als sie schon durch das blaue gartentor verschwindet, die auffahrt zu ihrem haus hochläuft.


"ja, bis morgen", sagt quentin. irgendwann da hält er sie mal fest und drückt sie ganz fest an sich; wie das der robert mitchum immer macht.


aber da schlief er bereits. sein rechter fuß zuckte und er träumte von wolken, die längst schon über chicago wehen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen