28 März, 2012

Шахматная новелла

der herr panitz grinst. da sitzt er vor mir. das schachbrett zwischen uns. herr panitz arbeitet in einer brennerei im osten von münchen. industrieschnaps. alles verplombt. sprich, da kommst du gar nicht dran. aber, der herr panitz kennt die tricks: wenn der tankwagen am letzten mittwoch vom monat kommt, dann bleibt im saugstutzen immer noch genug um 5 leere fanta-flaschen zu füllen.
und da stehen sie jetzt aufgereiht auf der kleinen resopal-platte, die als küchendiele dient. 
von schach verstehe ich nicht allzu viel. gut, sizilianische eröffnung, und dann weitersehen. herr panitz, in der nähe von gliwice geboren, versteht sehr viel von schach. "schaue ich zurück, leben, große melancholie, mein freund." von solchen sätzen, die ohne erklärung ins mark schneiden, da versteht der herr panitz noch viel mehr. eine gabe: egal ob nabokov oder dolly buster; sätze in einer fremden sprache zu formen, die von brennender klarheit sind, wie der schnaps, den jetzt der herr panitz großzügig in kleine gläser füllt. 
"nein, blind wirst du nicht, keine angst, aber kehrt die seele." herr panitz wird recht behalten.
später dann, stehe ich unten im hof der brennerei. das fahrradschloss versteckt sich vor mir. tollkühn finde ich dann doch den weg durch den forst bis zu dem ortsschild, das heimat verspricht. 
"der fixstern, siehst du, sirius. er gibt auf die verlorenen acht."

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